Hornhauttransplantation
Durch krankhafte Alterungsvorgänge, Entzündungen, Verletzungen und erblich bedingte Verformungen werden die natürlichen, „durchsichtigen“ Eigenschaften der Hornhaut nachteilig beeinflusst. Manchmal kann nur durch eine Hornhauttransplantation die Sehfähigkeit wieder hergestellt werden.
Die Hornhaut
Die Hornhaut, die auch als „Fenster des Auges” bezeichnet wird, hat die Funktion einfallende Lichtstrahlen in das Innere des Auges „Einzulassen“ und so zu bündeln, dass die hinter der Pupillenöffnung liegende, natürliche Linse einen Gegenstand der Außenwelt auf die Netzhaut scharf abbilden bzw. fokussieren kann. Hierzu ist es wichtig, dass die Hornhaut stets klar und transparent ist.
Was ist eine Hornhauttransplantation – bzw. Keratoplastik?
Durch krankhafte Alterungsvorgänge, Entzündungen, Verletzungen und erblich bedingte Verformungen werden die natürlichen, „durchsichtigen“ Eigenschaften der Hornhaut nachteilig beeinflusst. Im schlimmsten Fall kann es so zur Erblindung kommen. In manchen Fällen ist der Ersatz der eigenen Hornhaut durch ein Hornhaut-Spendergewebe die einzige Möglichkeit, um eine zufrieden stellende Sehfähigkeit wiederherzustellen.
Eine Hornhauttransplantation – auch als Keratoplastik bezeichnet - ist die erfolgreichste Gewebetransplantation in der Geschichte der Medizin überhaupt. Die erste erfolgreiche Hornhauttransplantation der Medizin gelang übrigens bereits 1903 einem österreichischen Augenarzt. Die fremde Spenderhornhaut wurde vom Empfängerpatienten oft jahrzehntelang gut toleriert. Medikamente, die eine Abstoßung verhindern, müssen meist nur vorübergehend eingenommen werden.
Durch eine erfolgreiche Transplantation können betroffene Patienten das Sehvermögen wieder erlangen und damit wieder lesen, sich im Straßenverkehr orientieren oder ihrem Beruf nachgehen.
Die Hornhauttransplantation ist heute diejenige Gewebetransplantation, die sowohl am häufigsten durchgeführt wird, als auch die mit Abstand besten Erfolgsraten erzielt. Dies ist den bemerkenswerten Fortschritten der mikrochirurgischen Technik, der postoperativen medikamentösen Behandlung und vor allem den biologischen Eigenschaften der Hornhaut, die sie für die lmmunabwehr des Empfängerkörpers weniger anfällig macht, zu verdanken.